Steuersenkung? - Endlich tut sich was ......  !
 
Das Bundeskabinett hat am 04.05.2005 zwei Gesetzesentwürfe zur steuerlichen 
Entlastung der Unternehmen verabschiedet.
 
Es geht im Einzelnen um die Senkung der Körperschaftsteuer von 25% auf 19% 
und um eine Freistellung von Erbschaftsteuer / Schenkungsteuer beim Betriebs-
übergang von kleineren und mittleren Betrieben.
 
Von der Senkung der Körperschaftsteuer verspricht sich die Regierung in der 
Hauptsache einen Anreiz insbesondere für Grossunternehmen. Es soll damit 
vermieden werden, dass solche Unternehmen aus Gründen wie dem Steuersatz 
den Weg ins "niedriger besteuerte Ausland" gesucht haben. Da diese Steuerent-
lastung lediglich Kapitalgesellschaften erreichen würde, sollen die Einzelunter-
nehmen und Personengesellschaften (sie stellen den Grossteil des Mittelstandes) 
über eine höhere Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer ent-
lastet werden.
 
Was die geplante Veränderung bei der Erbschaftsteuer betrifft, soll besonders 
kleinen und mittleren Unternehmen geholfen werden, den Betriebsübergang auf 
die nächste Generation ohne Erbschaftsbelastung zu vollziehen. Man nimmt 
dabei eine frühere Vorlage von Bayerns Finanzminister Falthauser auf. Danach 
soll bei der Fortführung des elterlichen Betriebs pro Jahr zehn Prozent der 
Steuerschuld erlassen werden, sofern das Betriebsvermögen nicht über 100 
Millionen Euro liegt. Ebenso sollen Anteilseigner an Kapitalgesellschaften mit
mehr als 25% Anteilen von der Begünstigung profitieren. Ansonsten wird jedoch 
nur "produktives Betriebsvermögen" von dieser Neuregelung begünstigt.
 
Diese Gesetzesvorhaben entsprechen zwar den Vereinbarungen zwischen Re-
gierung und Opposition anlässlich des Jobgipfels im März dieses Jahres, was die
Gegenfinanzierung betrifft, herrschen in den Lagern allerdings verschiedene 
Vorstellungen.
 
Nach neuesten Meldungen von Steuerschätzern gehen für 2005 voraussichtlich rd. 
3 - 4 Mrd. Euro weniger Steuern ein als geschätzt. Wie die Financial Times in der 
aktuellen Ausgabe berichtet werden für 2006 mit rd. 15 Mrd. Euro weniger Steuer-
einnahmen gerechnet als im Mai 2004 geschätzt. Darin seien die Mindereinnahmen 
aus dem obig beschriebenen Vorhaben noch nicht berücksichtigt. Die nächste 
Schätzung dürfte in der kommenden Woche vorliegen.
Es bleibt daher abzuwarten, ob sich bis zur Sommerpause eine Einigung hinsichtlich 
der Gegenfinanzierung erzielen lassen wird.



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